
Einfuehrumsatzsteuer - oder der Weg des Geldes
Es mag ja sein, dass man an diversen Ländergrenzen und auch für nicht nachvollziehbare Dienstleistungen Geld 'nach'zahlen darf. Aber an einigen Stellen konnte ich dies beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen.
Aber beginnen wir am Anfang. Der 30. Geburtstag eines Freundes rückt näher und die Frage nach dem passenden Geschenk ebenso. Da der Kandidat ebenso, wie ich selbst aktives Mitglied in der MMORPG-Szene ist, lag der Gedanke nahe, der Merchandiseabteilung des Spieleentwicklers eine wenig Geld in die Kasse zu spülen.

Das Objekt der Begierde gehört zum Spiel 'Eve Online' und stellt ein T-Shirt dar. Also nichts wie in den Webshop und die Bestellung zusammengeklickt. Ok, nicht ganz uneigennützig habe ich mir natürlich auch ein Shirt mit den den virtuellen Warenkorb gelegt. Jedes der Shirts sollte nicht ganz $ 20, also umgerechten etwas mehr als 15 € kosten. Soweit so gut.
Und ab jetzt nimmt das Unheil seinen lauf. Da der Geburtstag mal eben entspannte 7 Tage entfernt ist, kommt mir beim Überfliegen der Lieferoptionen ein vermeintlich guter Gedanke. Lieferung Standard $ 10 in 6-10 Tagen und Lieferung Express (DHL) $ 23 in 2-3 Tagen. "Hui" denke ich so bei mir, "fette Margen. Aber wenn ich die Shirts noch verzieren möchte, dann brauch' ich die Teile so schnell, wie möglich!". Klick, und da waren es dann etwa $ 63. Ok, der Junge wird nur einmal 30.
Ab jetzt wird lustig, jedenfalls für Außenstehende. Nach 9 Tage - ich möchte noch einmal an die gewählte Express-Lieferung für schnäppchenhafte $23 erinnern - klingelt der Postbote. Ja, er tut dies auch zweimal. Nach dem ersten Mal öffnete ich nicht persönlich sondern hackte noch fleißig Code in eine Umgebung, um mein täglich Brot zu verdienen. Dies übernahm das holde Weib daheim und rief mich auch gleich an, da ich bei selbigem Postboten noch eine offene Rechnung zu begleichen hatte. Die Zahlen, die mir da über mittelt wurden trafen mich doch recht hart.
Als dann musste google herhalten und ich musste mit leicht gesenktem Haupt feststellen, dass die Forderungen an sich gerechtfertigt waren. Also flugs nach Haus und dem Postboten beim zweiten Mal persönlich öffnen. Und siehe da, er kommt und möchte Geld. Zu allem Übel decken sich die Zahlen, welche ich im Netz recherchiert hatte nicht einmal annähernd mit denen auf der mir überreichten Rechnung. Und das natürlich zu meinen Ungunsten. Da ich aber die Ware auf keinen Fall wieder nach Island schicken möchte, da ich schwer davon ausgehen kann, das man mir das Ganze dann noch ein zweites Mal in Rechnung stellen wird, zahle zähneknirschend.
Für alle, die es genau wissen möchten, sollten einen Klick auf die hier abgebildeten Formulare wagen. Eventuell kann mir ja jemand, der gute Verbindungen zur Rechnungsstelle beim Zoll (oder wie auch immer die das dort nennen (dafür haben die sich bestimmt wieder ein noch besseres Wort einfallen lassen)) hat, eine Erklärung für das Zustandekommen dieser Zahlen zukommen lassen. Begeisterung buchstabiere ich nämlich anders.
Egal, ich trage jetzt ehrfürchtig mein Caldari-Shirt und das Geburtstagsgeschenk wird an 'dangerkill' ausgeliefert ...
Einige Tage später ...
Ich habe doch tatsächlich das Glück, jemanden vom Zoll zu kennen, der dann auch so nett war, einen Blick auf die unterlagen zu werfen. Einer seiner Kollegen hat das dann einmal anhand der Zahlen durchgerechnet und siehe da: ich lag richtig mit der Vermutung, dass sich irgend wo jemand vertan haben muss.
Wie deutlich zu erkennen ist, hätte ich also nur ca. die Hälfte des von mir verlangten Betrages zahlen müssen. Gut, dass man im gesetzten Alter immer mehr Menschen an wichtigen Positionen kennt, die einem hilfreich zur Seite stehen können.
Im nächsten Kapitel wird es dann wohl um das Ergebnis des Einspruchs zu diesem Vorgang gehen ... also, stay tuned


